Ich habe schon sehr lange mit dem Gedanken gespielt, mal einen längeren Blogeintrag über Madlib zu verfassen… aber dass das ganze nun so “ausufert” hätte ich nicht gedacht. Andererseits ist das nicht meine Schuld, sondern die des kalifornischen Produzenten, der in der Tat eine Diskographie besitzt, die alles andere als gewöhnlich ist.
Ich meine damit auch gar nicht mal unbedingt die Menge seiner Projekte, die durchaus auch von anderen Produzenten erreicht wird. Nein, es ist eher die Vielfalt, die bei Madlib unbedingt ins Auge stechen muss. Madlib ist seit Jahren nicht mehr “nur” ein Hip Hop-Produzent. Er ist ein unglaublich kreativer, vielseitiger Musiker, der sich mit den unterschiedlichsten Musikstilen angefreundet und auseinandergesetzt hat. Zudem ist es überaus interessant zu sehen, dass diese Auseinandersetzung bei Madlib auch immer wieder dadfurch stattgefunden hat, dass er sich mit Musiker- und Produzentenkollegen zusammen getan hat, ob das nun J.Dilla, MF Doom oder aber Ivan “Mamao” Conti war.
Da nun lange Texte und Online trotz Breitband und DSL immer noch nicht so richtig zusammenpassen, wie beispielsweise im Print-Bereich, habe ich für alle die Interesse daran haben, eine downloadbare “Nur-Text-PDF” Version generiert, die am Ende des Artikels zum Download bereitsteht.
So, nun aber weiter zu Madlib…
Beginn
Es ist nicht zwangsläufig, dass Kinder von Musikern ebenfalls eine musikalische Laufbahn einschlagen, aber die Voraussetzungen sind vielleicht besser und die Wahrscheinlichkeit höher. Bei Madlib trifft das zu. Die Mutter war eine Blues- und Folkgitarristin, der Vater ein Studio- und Sessionmusiker für namhafte Künstler wie Tina Turner u.a. Zudem ein, zumindest in Jazzkreisen, überaus prominenter Onkel, der Jazztrompeter Jon Faddis. Der spielte mit den Größen des Jazz zusammen und wurde schließlich musikalischer Leiter der Carnegie-Hall in New York. Und schließlich wäre da noch etwas, was den kleinen Otis Jackson Jr., so Madlibs bürgerlicher Name, beeinflusste: die elterliche Plattensammlung, die in den Bereichen Jazz, Soul und Funk überaus gut sortiert war! Sie ist wohl mit dafür verantwortlich, dass Madlib heute in ausgesprochener Vinyl-Liebhaber und Plattendigger geworden ist. Der Sound, oder besser, die Sounds eines Madlib sind ohne die alten, obskuren, teils verkratzten und hauptsächlich von Soul, Funk und Jazz geprägten Samples undenkbar.
Erste Projekte: CDP Crew & Lootpack
Sicherlich war Lootpack das erste Projekt, durch das Madlib in einem gewissen Rahmen bekannt geworden ist. Aber Lootpack war nicht das aller erste Projekt des Musikers. Bereits zuvor gründete Madlib, gemeinsam mit seinen Highschool-Freunden Romeo Jimenez aka DJ Romes und Jack Brown ka Wildchild die CDP Crew (für Crate Diggas Palace) und veröffentlichte eine EP mit dem Titel „Ill Psyche Move“, auf der auch Madlibs jüngerer Bruder Oh No mit von der Partie war. Voraussetzung für diese ersten bescheidenen Schritte im Musikbusiness war zudem der Support von Madlib`s Vater, Otis Jackson Sr., der durch die Gründung des Labels CDP Records, die Veröffentlichung der EP erst ermöglichte.
Lootpack war insofern das erste Projekt, mit dem Madlib auch jenseits des Atlantiks (und natürlich auch Pazifiks) eine gewissen Aufmerksamkeit erhielt, wenn auch nur als Teil einer Gruppe, weniger als der kreative Ausnahmemusiker, der er heute ist. Des Weiteren waren bei Lootpack seine CDP Crew-Kollegen DJ Romes und Wildchild mit im Boot. Nach der CDP EP und einigen Demotapes, die durch diverse Hände gingen, wurde King Tee von den Alkoholiks auf das Trio aufmerksam und lud die drei zur Zusammenarbeit auf dem Debütalbum der Liks „21 and Over“ (1993) ein. Auch am Nachfolge-Album der Liks, mit dem Titel „Coast II Coast“ (1995) arbeiteten Lootpack mit. Weitaus wichtiger und vor allem nachhaltiger war hingegen die Tatsache, dass der Gründer des Labels Stones Throw Records und DJ, Peanut Butter Wolf, auf das Trio aufmerksam wurde und schließlich die Jungs unter Vertrag nahm. Nach einigen Singles erschien 1999 das bisher einzige Lootpack-Album „Soundpieces: Da Antidote“. Das Album erhielt einige sehr positive Kritiken und kam bei den Fans gut an – erlangte allerdings nicht die Beachtung die es verdient hätte. Um so höher wurde das Album allerdings unter Musikerkollegen wie Jay Dee oder ?uestlove (The Roots) gewürdigt. Bei ihren Arbeiten an dem zweiten Album von Soul-Sänger D`Angelo, „Voodoo“, nahmen die beiden Produzenten nach eigenen Angaben „Soundpieces“ als Ausgangsbasis für ihre Produktionen.
Soundbeispiel:
Crate Digga Palace/ The Lootpack – “Psyche Move”
Haste nicht gesehen: Quasimoto aka The Unseen
Madlibs Durchbruch als kreativer, unkonventioneller Produzent und Rapper kam mit seinem Soloprojekt Quasimoto und dem Album „The Unseen“, das 2000 erschien. Dabei ist Quasimoto ein Comic-Charakter und das Alter Ego von Madlib, ein extreme Persönlichkeitserscheinung des Produzenten, bei dem es vor allem um Party, Weed und Rap geht. Das außergewöhnliche am Projekt ist zweifelsohne die gepitchte Stimme von Quasimoto. Madlib erzeugte diesen Effekt, indem er die Instrumentals langsamer ablaufen ließ, darüber rappte und schließlich die Geschwindigkeit des Songs wieder normalisierte. Doch das Besondere bei „The Unseen“ war nicht nur Quasimoto selbst, sondern auch die Musik, geprägt von außergewöhnlichen Samples, die die Vorliebe des Plattenfanatikers und -Sammlers Madlib für obskure Samples bezeugen.
In diesem Zusammenhang ist es interessant zu erfahren, dass Madlib das Quasimoto-Projekt eigentlich nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen hatte. Einen wichtigen Impuls es doch zu tun gab Peanut Butter Wolf. Nachdem er einige Quasimoto-Tapes in die Finger bekam und anhörte, Tapes, die Madlib für sich aufgenommen hatte, war er sofort beeindruckt. Tatsächlich kam der erste Quasimoto-Track 1998 auf dem Album von Peanut Butter Wolf „My Vinyl weighs a ton“ heraus. 2005 sagte Peanut Butter Wolf in einem Interview mit dem RemixMag: „It was actually recorded a couple of years before I even heard it (…). But once I did hear it, I knew I wanted to put it out. I don`t think Madlib had even expected it to come out, because the record was so free and experimental. But that`s what I liked about it.”
Quasimoto – Come on Feet
Quasimotos “The Unseen” wurde gefeiert, nicht nur von der Indie-Szene, auch die Mainstream-Presse wie beispielsweise SPIN oder URB nahmen das Album in Ihre Jahrescharts auf. Zudem verglich man Madlib mit anderen Produzentengrößen, zum Beispiel Prince Paul auf Grund der Nutzung unkonventioneller und extravaganter Samples. Aber auch mit RZA (aka Bobby Digital) und Kool Keith (aka Dr. Dooom) wurden Vergleiche gezogen, nicht zuletzt wegen der Personifizierung mit einem fiktiven, comicartigen Charakter.
Nachdem 2002 eine nur auf Vinyl veröffentlichte 3-Track EP mit dem Titel „Astronaut“ erschien, kam mit dem Album „The further Adventures of Lord Quas“ 2005 der Nachfolger von „The Unseen“ heraus. Wenngleich die Produktionsweise ähnlich war, war die Ausgangssituation eine völlig andere. Madlib war inzwischen eine feste Größe im Geschäft, bekannt für seine musikalische Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit. Quasimoto-Fans hatten nun Erwartungen, wohingegen „The Unseen“ völlig unerwartet auf die Ohren der Hörer traf. Dennoch konnte auch „The further Adventures…“ überzeugen und seine Frische und Spontaneität bewahren.
Madlib x 5 = YNQ
Bereits ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung von „The Unseen“ nahm Madlib ein neues Projekt in Angriff, das Yesterdays New Quintet, kurz YNQ. So unterschiedlich das YNQ-Projekt musikalisch im Vergleich mit Quasimoto ausfallen mag, haben beide Projekte dennoch eine wichtige Gemeinsamkeit: die Personifizierung fiktiver Charaktere durch Madlib. Beim YNQ personifiziert Madlib allerdings nicht einen einzelnen fiktiven Charakter, sondern nicht weniger als fünf Musiker. Neben seinem eigenen bürgerlichen Namen, Otis Jackson Jr., verwendet Madlib zudem die Pseudonyme Monk Hughes, Ahmad Miller, Malik Flavors und Joe McDuphrey. Gleichzeitig stellt das YNQ das erste Projekt dar, bei dem Madlib hörbar Abstand vom einschlägigen Hip Hop nimmt. Stattdessen beinhaltet der Stilmix des Projektes vor allem Jazz und Funk, aber auch Soul, Fusion und leichte, abstrakte elektronische Einflüsse. Hip Hop ist beim YNQ lediglich eine gelegentliche Randerscheinung.
2001 erschien das erste YNQ-Album „Angles without Edges“. Das Projekt bzw. die Personifizierung Madlibs von 5 Musikern, die allesamt verschiedene Instrumente spielen, muss umso erstaunlicher erscheinen, da Madlib zu dieser Zeit keineswegs ein Multi-Instrumentalist war. Die Aufnahmen zum Album liefen insofern mit dem Erlernen verschiedener Instrumente einher. In einem Interview mit dem britischen Straight No Chaser-Magazin teilte Madlib mit, dass auch seine Eltern von diesem sehr Jazz-lastigen Projekt begeistert seien.
Im Rahmen des YNQ-Projektes nahm Madlib in den letzten Jahren mehrere Cover-Alben von diversen Jazz- und Soulalben auf. Die Mehrheit davon wurde aber bisher nicht veröffentlicht. Ein veröffentlichtes Beispiel ist das 2002 erschienene Album „Stevie“, auf dem er Stücke des Soulmusikers Stevie Wonder neu interpretierte. Neben den YNQ-Veröffentlichungen hat Madlib auch diverse Soloprojekte der einzelnen YNQ-Member aufgenommen und herausgebracht, beispielsweise 2003 Ahmad Millers „Ahmad First“ oder im Jahr darauf Monk Hughes & The Outer Realm „A Tribute to Brother Weldon“.
Soundbeispiele:
Yesterdays New Quintet – “Too High”
Yesterdays New Quintet – “Solar Waves”
Blue Madlib
Die Vielseitigkeit als Produzent und seine Verehrung für die alten Jazzklassiker haben auch das legendäre Jazzlabel Blue Note Records an Madlib herantreten lassen. Blue Note gab ihm die Möglichkeit den Label-Katalog zu remixen. Ergebnis war das 2003 erschienene Album „Shades of Blue“. Das Album konnte vor allem durch die zurückhaltenden Remixe und Überarbeitungen der von Madlib ausgesuchten Klassiker überzeugen. So nahm sich Madlib für „Shades of Blue“ Material von Bobby Hutcherson („Montara“), Wayne Shorter („Footprints“) oder aber Horace Silver („Song for my father“) vor. Er verzichtete dabei auf allzu dominante Hip Hop-Einflüsse und griff stattdessen auf seine YNQ-Musiker zurück. Entsprechend ist der einzige Rapper auf dem Album M.E.D. aka Medaphoar, und zwar auf „Please set me at ease“.
Madlib – Slim`s Return
Madlib trifft Dilla: Jaylib
Im gleichen Jahr wie “Shades of Blue” erschien eine weitere Kollabo, diesmal aber nicht mit einem Label, sondern mit dem im Jahr 2006 verstorbenen Produzenten und MC J. Dilla aus Detroit. Das gemeinsame Projekt betitelte man Jaylib. Dabei kommt es eher einem Zufall gleich, dass dieses Projekt überhaupt erschien. Im Jahre 2000 erhielt Madlib über DJ Rocc von den Beatjunkies ein Beattape von Dilla, mit bisher nicht veröffentlichten Dilla-Beats und war begeistert. Er überarbeitete die Beats, ohne allerdings die Absicht zu haben, Sie herauszubringen und nannte das ganze Jaylib. Einer der Songs gelangte dennoch auf einen Stones Throw-Sampler und über diesen Weg auch in die Hände von Dilla selbst. Doch statt dem Produzenten-Kollegen die unauthorisierte Bearbeitung und Veröffentlichung des eigenen Beats übel zu nehmen, nahmen die beiden Kontakt miteinander auf und beschlossen, Jaylib zu einem offiziellen Projekt zu machen. Beats wurden per Mail ausgetauscht und während Dilla über Madlibs Beats rappt, tat dieser das gleiche über Dillas Beats. Das Ergebnis nannte man „Champions Sound“ und war in der Tat das Werk zweier kongenialer, äußerst kreativer Musiker, mit recht unterschiedlichen musikalischen Herangehensweisen. Das Album wurde innerhalb der Hip Hop-Szene von der Kritik als eine Art Meilenstein gewertet, wenngleich ein kommerzieller Erfolg ausblieb. Um so trauriger stimmt es, dass durch den viel zu frühen Tod von J. Dilla der angekündigte Nachfolger nicht mehr erschien. Beim Re-Release von „Champions Sound“ im Jahre 2007 gab es zudem Probleme mit ungeklärten Samples, so dass beispielsweise der Track „Red“ in einem neuen Beatgewand von Madlib daherkommt.
Soundbeispiel:
Jaylib feat. Frank`N`Dank – McNasty Filth
Fieser Comicheld: Madlib und MF DOOM sind Madvillain
Die von der Kritik wie von den Fans gefeierte Zusammenarbeit von J.Dilla und Madlib wurde bereits im folgenden Jahr durch eine neue Zusammenarbeit mit einem anderen, ebenfalls außergewöhnlichen Künstler aus dem Fokus der Berichterstattung gedrängt. „Madvillainy“ war der Titel des Albums, das Madlib und MF Doom unter dem Crewnamen Madvillain herausgebracht hatten. Dabei waren die Erwartungen in das bereits lange zuvor angekündigte Album nicht gering. Dennoch konnte es den Erwartungen standhalten. Das Konzeptalbum beweist deutlich die Liebe der beiden zu Comic-Trash aus den 60er und 70er Jahren. Dies zeigt sich im Charakter „Madvillain“ ebenso wie in der Musik, die erneut eine recht bunte Mischung obskurer und außergewöhnlicher Samples beinhaltet. Verstärkt wurde der comic-hafte Charakter des gesamten Albums aber nicht nur durch die Musik und den stets in Maske auftretenden MF Doom, im Grunde ja auch eine Anleihe aus dem Marvel-Comic Universum. Auch das Video zur Single „All Caps“ wurde in Form eines Comics-Heftes gestaltet, wobei die Figuren über die Begrenzungen der Bildfenster hinweg agieren. Eine Besonderheit des Madvillain-Projektes war schließlich die kurze, gemeinsame Support-Tour der beiden Künstler.
Soundbeispiel:
Neben dem Madvillain-Projekt fand Madlib genügend Zeit, um andere Projekte und Aufgaben voranzutreiben. So startete 2004 beispielsweise die „Mind-Fusion“-Serie, Alben auf denen Instrumentals und Remixe zusammengestellt wurden. Während die ersten beiden Teile 2004 erschienen, wurde der fünfte und bisher letzte Teil 2006 veröffentlicht.
Madlib war inzwischen auch als Remixer und Produzent sehr gefragt, nicht nur bei Künstlern aus dem näheren Stones Throw-Umfeld, sondern auch bei Künstlern an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Zwei prominente Beispiele sind De La Soul sowie A.G., für deren Alben, „The Grind Date“ (2004) und „Get Dirty Radio“ (2006) er jeweils zwei Stücke beisteuerte.

Madlib goes Electronica: DJ RELS
Einen völlig neuen und bisher ungewohnten Weg bestritt Madlib 2004 hingegen unter dem Pseudonym DJ Rels auf dem Album „Theme for a broken soul“. Das Projekt führte ihn auf die Pfade der elektronischen Musik, von Breakbeat über Techno bis zu House. Achtet man allerdings auf die verwendeten Drumsets und die Samples, hört man den 12 Stücken Malibs Bindung an Soul, Jazz und funk deutlich an.
Als Haus- und Hofproduzent des Labels Stones Throw Records war Madlib maßgeblich auch für den Sound von einigen anderen Stones Throw Künstlern verantwortlich. So produzierte er 2005, im Jahr in dem das zweite Quasimoto-Album erschien, das M.E.D.-Album „Push comes to Shove“ zum großen Teil oder aber die kompletten Alben von Dudley Perkins und Percee P.
2006 begann Madlib eine weitere Reihe zu veröffentlichen, auf denen er ausschließlich Instrumentals präsentierte: die „Beat Konducta“-Reihe. Während die ersten 4 Teile in form zweier Doppelalben erschienen, waren der fünfte und sechste Teil Einzelalben. Alle sechs Teile waren jedoch einem bestimmten Thema gewidmet, beispielsweise Filmmusik oder aber indischer Musik. Die „Beat Konducta“-Reihe ist ein hervorragendes Beispiel und musikalischer Ausdruck für Madlibs Bestreben, sich mit den unterschiedlichsten Musikstilen und –Richtungen intensiv zu beschäftigen.
Soundbeispiel:
Neben der Produktion des kompletten Percee P.-Albums, sowie dem YNQ-Album „Yesterday`s Universe“ sowie der YNQ-EP „Jewelz“ tat sich Madlib erneut mit einem Künstler von der Ostküste zusammen und brachte eine neue EP heraus. Es war die zunächst frei downloadbare „Liberation“-EP, die Madlib mit Talib Kweli aufgenommen hatte, die man allerdings dann wieder aus dem Netz nahm und die fortan käuflich zu erwerben war. Die Zusammenarbeit der beiden Künstler erstreckte sich auch auf dem im gleichen Jahr erscheinenden Albums von Talib Kweli „Eardrum“, für welches Madlib verschiedene Tracks beisteuerte, unter anderem den Song „Soon the new day“, auf dem die Grammy-Gewinnerin Norah Jones gefeatured wurde. Im Rahmen der Veröffentlichung der “Liberation EP”, gab es auch ein Interview mit Madlib, durchgeführt von niemand geringeres als seinem Projektpartner, Talib Kweli.
Madlib im Interview mit Talib Kweli
Madlib in Brasilien!
Das bereits angesprochene YNQ-Album „Yesterday`s Universe“ ist in zweierlei Hinsicht von Interesse: zum einen präsentiert Madlib eine Reihe neuer „Gruppen“ (tatsächlich sind es wieder neue Pseudonyme wie eben YNQ), zum anderen featured es einen Track von Madlib und dem brasilianischen Jazzmusiker Ivan „Mamao“ Conti von der Gruppe Azymuth. Gemeinsam mit dem Brasilianer brachte Madlib unter dem Projektnamen „Jackson Conti“ im Jahr 2008 das Album „Sujinho“ heraus, auf dem sich der Produzent mit der südamerikanischen, vornehmlich brasilianischen Musik beschäftigte.
Das Album „Jackson Conti“ stellt die erste Auseinandersetzung Madlibs mit der südamerikanischen, vornehmlich brasilianischen Musik in albumlänge dar. Zuvor konnte man dies nur auf einzelnen Stücken, im Rahmen anderer Projekte hören, beispielsweise auf dem Stück „Sao Paolo“ auf dem DJ Rels` Album „Theme for a broken soul“.
König des Wigflip
Es war schließlich nur eine Frage der Zeit, bis Madlib auch im Rahmen der „Beat Generation“-Serie des britischen Hip Hop-Labels BBE einen Release herausbringen würde. Im September 2008 war es dann soweit. Das insgesamt 24 Stücke starke Album “Madlib’s WLIB AM: King of the Wigflip” war ein abwechslungsreiches aber klassisches Madlib/ Hip Hop-Album, mit zahlreichen Features und dem ein oder anderen Instrumental. Mit dem Release wurde zugleich die „Beat Series“-Reihe von BBE abgeschlossen, die so großartige Produzenten wie Pete Rock, Jazzy Jeff, Marley Marl präsentierte und seinerzeit mit niemand anderem als J.Dilla aka Jay Dee, Madlibs Partner bei seinem Projekt Jaylib, eröffnet wurde.
Neue Zusammenarbeit im Bereich HipHop: Stoney Jackson
14 CDs mit neuen Beats von Madlib – das ist die Basis, auf dem die vorerst letzte Zusammenarbeit Madlibs mit einer HipHop-Crew nun erschien. Im September 2009 wurde das Projekt „Stoney Jackson“ veröffentlicht, welches Madlibs Beats mit dem kalifornischen Trio Strong Arm Steady, bestehend aus Phil da Agony, Krondon und Mitchy Slick, zusammenbringt. Auf das Album wurden schließlich 16 Stücke gepackt, mit einigen interessanten Features (Talib Kweli, Guilty Simpson, Little Brother oder aber Planet Asia). Auch diese Zusammenarbeit bringt lediglich zusammen, was sich bereits in der Vergangenheit auf Mixtapes und einigen Features abgezeichnet hat. Gleichzeitig ist „Stoney Jackson“ ein Vorgeschmack auf das nächste HipHop-Projekt von Madlib, dem bereits seit längerem angekündigten Album bzw. Projekt „OJ Simpson“. Dabei wird sein Gegenpart am Mikrophon der bei Stones Throw unter Vertrag stehende und für sein Debütalbum „Ode to the Ghetto“ gefeierte MC Guilty Simpson sein.

Die “monatliche Medizin”!
Ein ganz frisch gestartetes Projekt, über das ich kürzlich gebloggt habe, ist die sogenannte “Medicine Show“. Eine Reihe, die einen bunten Mix an bisher unveröffentlichten und/oder neuen Produktionen darstellt, zudem B-Seiten, Remixe etc. vereint. Das besondere daran ist wohl das durchaus ambitionierte Ziel, ein Album im Monat herauszubringen – so das am Ende 12 CDs oder aber 6 LPs dabei herumkommen.
Das Label hat dieses Projekt mit den folgenden Worten umschrieben:
“The Madlib Medicine Show will be a combination of Madlib’s new hip-hop productions, remixes, beat tapes, and jazz, as well as mixtapes of funk, soul, Brazilian, psych, jazz and other undefined forms of music from the Beat Konducta’s 4-ton* stack of vinyl.”
Allein an der Zielsetzung wird, denke ich, sehr deutlich, wie aktiv und umtriebig Madlib tatsächlich ist.
Als Soundbeispiel aus der ersten Folge der “Medicine Show” blogge ich hier nochmal den Track “The Paper” auf dem auch Guilty Simpson zu hören ist.
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Madlib feat. Guilty Simpson – The Paper
Für diesen Blogeintrag habe ich die folgenden QUELLEN verwendet:
Madlib bei Wikipedia (deutsch)
Madlib bei Wikipedia (englisch)
Komplette Diskographie von Madlib:
“Nur-Text-PDF” Version dieses Blogeintrags zum Download:

















November 23rd, 2009 at 11:14
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von pEtEr withoutfield, Boris Mayer erwähnt. Boris Mayer sagte: Neu bei HipHopCulture: Madlib – biographisches und eine Übersicht ausgewählter Projekte: http://tinyurl.com/ybxzwa4 [...]
November 23rd, 2009 at 15:43
Hey Boris… schöner Artikel. Top!
November 23rd, 2009 at 16:36
Besten Dank. Freut mich, dass er gefällt
November 24th, 2009 at 07:56
[...] Madlib – biographisches und eine Übersicht ausgewählter Projekte [...]
Februar 4th, 2010 at 10:28
Nice. Gefällt mir sehr …
Februar 4th, 2010 at 12:06
@Kop
Danke, freut uns…
Februar 11th, 2010 at 15:47
guten tag*
sehr schöner artikel….besten dank!
solo
R.O.L.
Februar 11th, 2010 at 22:27
Besten Dank, schön dass es gefällt.
Aprospos… bist in der Blogroll drin
Februar 13th, 2010 at 18:26
danke dir…ich werde gleiches tun!!Schönen Samstag!
Mai 6th, 2010 at 08:48
Du hast mein Bid ohne Credts verwendet…
http://hannesmezger.blogspot.com/2009_09_01_archive.html
Mai 10th, 2010 at 19:08
Hallo Hannes, Du hast recht – tut mir leid. Habe Deine Credits nun natürlich nachgetragen!
Komplimente übrigens für das Foto – und die anderen… Deine Fotos gefallen mir… ein Grund… aber das konntest Du Dir sicherlich schon denken…